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Freitag, 25. März 2011
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Brauerstreik : Brauer fühlen sich gar nicht bierselig

Dortmund, 21.03.2011, Klaus Buske, WAZ
Die Brauer in Dortmund, die konnten in der Vergangenheit ein großes Fass aufmachen. 1972 zählen sie noch 5800 Köpfe, die rund 7,5 Mio Hektoliter Gerstensaft brauten. Aktuell arbeiten nur noch 500 Beschäftigte (plus 19 Azubi) in der einzig verbliebenen Braustätte von DAB und Brinkhoffs (gehört zur Oetker-Gruppe) an der Steigerstraße und produzieren weniger als zwei Mio Hektoliter. Aber diese 510 wollen am Mittwoch wieder ein Fass aufmachen.
Ein Warnstreik soll den Arbeitgebern signalisieren, dass ihr aktuelles Tarifangebot - 1,1 Prozent mehr Lohn und damit weniger als die Geldentwertung - inakzeptabel sei. Außerdem wollen sich Brauer und Gewerkschaften wehren gegen die „Aufspaltung der Belegschaften in Beschäftigte erster und zweiter Klasse“, so Thomas Gauger, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Arbeitgeberverband kündigte den Bundesrahmentarifvertrag für die Brauer bereits im Februar 2010, um in den Brauereien kleine Stammbelegschaften und „Randbelegschaften“ (Außendienstler, Sekretärinnen, Staplerfahrer usw.) mit geringeren Vergütungen zu trennen, so Gauger.
Nicht mit spektakulären, aber mit sehr wirkungsvollen Maßnahmen könne man wie in ganz NRW auch in Dortmund agieren, gibt sich Manfred Sträter, Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Dortmund selbstbewusst. Die überwältigende Zahl der 295 gewerblichen Mitarbeiter an der Brauerstraße ist gewerkschaftlich organisiert. Bei den etwa 205 Angestellten gehören über 40 Prozent der Gewerkschaft an.
Rationalisiert wird in der einzigen Dortmunder Brauerei - seit dem Aus für die Braustätte in Lütgendortmund im Jahre 2005 - im laufenden Betrieb und bislang ohne betriebsbedingte Kündigungen. An der Steigerstraße arbeiteten nach dem Zusammenschluss 2005/2006 noch knapp 570 Mitarbeiter, 70 mehr als gegenwärtig. Jüngst wurden elf vollautomatische Stapler bei DAB/Brinkhoffs in Betrieb genommen, um zu rationalisieren.
Die Oetker-Gruppe will vor allem den großen internen Logistikbereich, in dem allein in Dortmund über 150 Brauer im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten, aus dem Brauerei-Tarif rauskippen, um mehr Dividende sprudeln zu lassen.