Betriebe & Branchen
ETV Systemgastronomie (BdS): Protest in Do
Am 7.9.2011 protestierten ca 50 Beschäftigte aus der Systemgastronomie gemeinsam mit Gewerkschaft NGG für bessere Tarifverträge und gegen die Haltung des Arbeitgeberverbandes. Viele Passanten untesstützten die Forderungen.Hier eine Berichterstattung in der WAZ/WR und einige Bilder:
Lohnsenkung in der Systemgastronomie laut NGG „unverschämt“
Dortmund, 05.09.2011, Christina Römer WR/WAZ
Als „dreist“ und „unverschämt“ bezeichnet Manfred Sträter von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Pläne der Arbeitgeber der Systemgastronomie, die sowieso schon niedrigen Gehälter zu kürzen. Vor fünf Monaten ist der alte Tarifvertrag gekündigt worden. Die Vorstellung der Arbeitgeber: Mitarbeiter sollen Gehaltskürzungen von 10 Prozent hinnehmen. „Das hat es als Forderung noch nicht gegeben“, ist Sträter empört.
In Dortmund arbeiten zwischen 700 und 800 Menschen für die Ketten McDonald’s, Burger King, Pizza Hut, Vapiano und Kentucky Fried Chicken. Als Einstiegsgehalt bekommt ein Arbeitnehmer in dieser Branche 7,50 Euro in der Stunde. In der zweiten Stufe, nach einem Jahr im Job, gibt es 7,65 Euro pro Stunde. Die Arbeitgeber wollen nach NGG-Angaben diesen Lohn um 10 Prozent für 18 Monate bei Neueinstellungen senken.
Und sie wollen, laut Sträter, ein weiteres Türchen offen halten: Sollte der Gesetzgeber die Mehrwertsteuer bei Außerhausverkäufen von 7 auf 19 Prozent erhöhen, soll die Lohnsenkung für alle Mitarbeiter gelten. „Die Arbeitgeber behaupten sie könnten dann die hohen Löhne nicht zahlen“, erklärt Sträter verärgert. Und rechnet vor, dass solche Löhne alles andere als hoch sind: Selbst die dritte Lohnstufe von 8,08 Euro pro Stunde (ab dem 3. Jahr im Job) würde für ein Familienoberhaupt den Gang zum Sozialamt bedeuten. Bei 169 Stunden im Monat blieben 1365 Euro Brutto – „jemand der verheiratet ist und ein Kind hat ist damit schon im Bereich von Wohngeld“, rechnete Sträter.






