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Dienstag, 03. Januar 2012
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Bäckerei Westermann

P R E S S E M I T T E I L U N G der Insolvenzverwaltung
Insolvenzverfahren PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH
vormals firmierend unter Bäckerei Westermann GmbH
Mit Beschluss vom 01.01.2012 hat das Amtsgericht Dortmund unter der Geschäftsnummer 253 IN 168/11 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH eröffnet und die Rechtsanwältin Dr. Petra Mork zugleich zur Insolvenzverwalterin bestellt. Der Beschluss wird in Kürze im Veröffentlichungsportal der Insolvenzgerichte unter www.insolvenzbekanntmachungen.de einzusehen sein.
Die PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH firmierte bis kurz vor der Einleitung des Insolvenzverfahrens noch unter Bäckerei Westermann GmbH und betreibt unter diesem Handelsnamen eine Produktionsstätte für Backwaren in Bergkamen. Zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung wurden insgesamt 33 Verkaufsfilialen, vorwiegend im nördlichen und östlichen Ruhrgebiet durch die Gesellschaft betrieben.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist die Befugnis das Vermögen der PBE Produktionsgesellschaft für BackwarenmbH zu verwalten und über dieses zu verfügen auf Frau Dr. Petra Mork als Insolvenzverwalterin übergegangen. Die wichtigste Nachricht für alle Beteiligten dürfte an dieser Stelle sein, dass der Betrieb der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH im Rahmen des Insolvenzverfahrens mit dem Ziel der Sanierung des Unternehmens fortgeführt wird. Die Insolvenzverwalterin wird alle ihr bekannten Gläubiger in Kürze auffordern, ihre Forderungen durch Anmeldung im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend zu machen. Das Insolvenzgericht wird voraussichtlich in etwa zwei Monaten einen Berichtstermin anberaumten, im Rahmen dessen die Insolvenzverwalterin den Gläubigern über den Stand der Verfahrensabwicklung und ihrer Geschäftsführung, sowie über den Fortgang des Verfahrens Bericht erstatten wird.
Die Einleitung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH erfolgte auf eigenen Antrag des Geschäftsführers Herrn Prof. Dr. Manfred Hunkemöller, der die Geschäftsführung des Unternehmens kurz zuvor mit dem Ziel übernommen hatte, das Unternehmen durch einen Insolvenzplan zu sanieren. Durch die frühzeitige und planvolle Einleitung des Insolvenzverfahrens konnten im Insolvenzeröffnungsverfahren die Sanierungschancen des Unternehmens ausgelotet und erste notwendige Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt werden. 
Die Verkaufsfiliale in Holzwickede, Wilhelmstraße 2, wurde bereits im Insolvenzeröffnungsverfahren geschlossen. Ferner wurden auf Grundlage der Planungen der Geschäftsführung mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin die Verkaufsstandorte in Datteln, Beethovenplatz 1, in Selm, Ludgeristraße 99-101 und in Lünen unter der Anschrift Münsterstraße 95 geschlossen. Auch die Schließung der Verkaufsfiliale in Dortmund unter der Anschrift Freie-Vogel-Straße 9 wurde bereits im Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet und wird voraussichtlich bis Ende Januar 2012 vollzogen sein.
Den von diesen Filialschließungen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte jeweils die Fortsetzung ihrer Tätigkeit in einer anderen Filiale des Unternehmens angeboten werden. So ist es gelungen, betriebsbedingte Kündigungen der Arbeitnehmer trotz Schließung der fünf Verkaufsstandorte zu vermeiden.
Die PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH beschäftigt insgesamt rund 270 Mitarbeiter. Es ist keineswegs so, dass das Unternehmen in der derzeitigen Situation Mitarbeiter im Verkaufsbereich erübrigen kann. Ganz im Gegenteil wurde die Personaldecke des Unternehmens sogar im Laufe des Insolvenzeröffnungsverfahrens noch durch Neuanstellungen gestärkt.
Die mittelfristige Strategie der Geschäftsführung der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH sieht weitere Rationalisierungsmaßnahmen und auch die Schließung von fünf weiteren Verkaufsstandorten, ebenso aber auch die Ausweitung des Marktzugangs durch Eröffnung neuer Verkaufsfilialen vor. Im derzeitigen Stadium kann seitens der Insolvenzverwaltung noch nicht kommentiert werden, ob es tatsächlich zur Umsetzung weiterer Filialschließungen kommen wird und welche Standorte davon betroffen sein werden.
Die Insolvenzverwalterin wird die diesbezüglichen Planungen gewissenhaft prüfen. Ziel des Insolvenzverfahrens ist der Erhalt des Unternehmens. Leider ist dieses grundlegende und in § 1 der Insolvenzordnung gleichrangig neben dem Ziel der Gläubigerbefriedigung genannte Verfahrensziel in der Regel eher nicht das Ergebnis eines Insolvenzverfahrens. Dies liegt zumeist daran, dass ein Insolvenzantrag erst dann überhaupt in Erwägung gezogen wird, wenn es für eine Sanierung des Unternehmens bereits zu spät ist.
Die Geschäftsführung der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH hat dem Unternehmen diese Chance auf Sanierung bislang durch ihr entschlossenes und bedachtes Vorgehen erhalten. Es ist beabsichtigt, den Gläubigern eine Regulierung der Verbindlichkeiten der Gesellschaft im Rahmen eines Insolvenzplans anzubieten. Das in den §§ 217 ff. InsO geregelte Insolvenzplanverfahren bietet die Möglichkeit, mit den Gläubigern eine von der Durchführung des Regelinsolvenzverfahrens abweichende Befriedigung ihrer Forderungen zu vereinbaren. So kann der Insolvenzgrund durch einen kollektiven Vertrag mit allen Gläubigern, den Insolvenzplan, beseitigt werden. Zur Vorbereitung eines solchen Insolvenzplans hat die Insolvenzverwalterin gemeinsam mit der Geschäftsführung der Schuldnerin bereits im Insolvenzeröffnungsverfahren Verhandlungen mit verschiedenen Gläubigern geführt und erste Weichenstellungen geschaffen. Die als Hauptgläubiger beteiligte Sparkasse hat dabei ihre Bereitschaft signalisiert, einen solchen Sanierungsprozess konstruktiv begleiten zu wollen. Die Insolvenz der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH ist nicht die erste Insolvenz eines regionalen Bäckereibetriebes in den vergangenen Monaten und sie wird aller Voraussicht nach auch nicht die letzte sein. Die Gesamtsituation in der Bäckereibranche stellt sich aufgrund des Wettbewerbs sogenannter „Klappenbäcker“, die industriell gefertigte Ware zur Selbstbedienung anbieten, dem Konkurrenzdruck der Lebensmitteldiskounter, die sich mit eigenen Backstationen einen Marktanteil sichern, und durch die erheblich gestiegenen Rohstoffpreise als schwierig dar. Die Marktpreise für Backwaren stehen durch die Diskounterangebote massiv unter Druck, sodass die Handwerksbetriebe in der Branche ihre gestiegenen  Einkaufspreise für Rohstoffe und den Energiebezug nicht über Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben können. Diese Entwicklung hat auch einige Marktbegleiter der PBE Produktionsgesellschaft für Bäckereierzeugnisse mbH in den vergangenen Monaten an den Rand ihrer Existenz gebracht. Nicht ohne Grund wurde Rechtsanwältin Dr. Petra Mork allein im Jahre 2011 in zwei weiteren Fällen der Insolvenz von Bäckereibetrieben durch das Amtsgericht Dortmund zur vorläufigen Insolvenzverwalterin und Insolvenzverwalterin bestellt.