NGG & Presse
Schließung befürchtet: Lieken-Mitarbeiter organisieren Warnwache
Bei den Beschäftigten des Brotherstellers Lieken wächst offenbar die Angst. Davor, dass das Unternehmen noch mehr Werke schließen könnte und am Ende die Existenz insgesamt auf dem Spiel steht. Dann wären auch rund 480 Arbeitsplätze in Lünen betroffen.
Genau dort hält die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) am Donnerstag, 5. Mai, eine „Warnwache“ ab. „Feuer und Flamme für unsere Arbeitsplätze“ heißt von 9 bis 22 Uhr das Motto.
Benjamin Pankow : Gewerkschaftlicher Geburtshelfer
Wie er so ist, dieser Benjamin Pankow? In erster Linie: intensiv. Niemand, der für halbe Sachen taugt. Zielgerichtet. Für Umwege zu haben – aber nur, wenn sie der Sache dienen. Denn dass das Leben nicht immer schnurgerade verläuft – wer wüsste das besser als er? Und dass so manche Tarifverhandlung eine schwierige Geburt ist? Den hier kann das nicht schocken. „Wir müssen die Menschen da abholen, wo sie stehen. Manchmal eben ganz unten. Und da war ich auch schon“.
Der Mann mit dem umverteilten Haarschmuck – unten üppig, oben sparsam – ist Gewerkschaftssekretär der NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten), und zwar keiner mit klassischem Werdegang. Aber einer, der Dinge ungeschminkt beim Namen nennt: „Mir hat mal jemand gesagt, dass ich zwei Sprachen spreche. Deutsch und Direkt“. Nicht in jeder Situation ein Kompliment, das ist ihm klar. Aber: „Mir fällt es oft leichter, um Entschuldigung zu bitten, als um Erlaubnis zu fragen“.
Keine schlechte Einstellung für einen, der sich zum Sprachrohr macht für diejenigen, deren Stimme nicht laut genug ist, um rechte einzufordern. Die Tarifverhandlungen in der Systemgastronomie sind ein Thema – „Da arbeiten Leute Vollzeit und können nicht davon leben“. Ausbildung, Ausbeutung, Sonntagsarbeit... „Diese Angst vor Hartz IV, die ist so gnadenlos“, schüttelt sich der 39-Jährige. „Da sitzt einer, der seit 2008 keinen Urlaub mehr gehabt hat, und der sich schämt, danach zu fragen.“ Oder ein Fleischer, der 331 Stunden im Monat malocht und dabei als Mensch gerade zugrunde geht... ,Wertschätzung’ – ein Wort, das in seinem Büro viel öfter falle als ,Zahlung’. „Klar haben wir einen juristischen, einen politischen Auftrag. Aber wir sind auch Seelsorger“.
Burger King Lünen wählt einen Betriebsrat
Ziel ist es, für die mehr als 30 Beschäftigten einen dreiköpfigen Betriebsrat zu wählen. Sie haben damit der Geschäftsleitung gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass sie mitbestimmen wollen, wenn es um ihre Arbeitsbedingungen geht.
Die Gewerkschaft NGG freut sich über diese Entwicklung, da es im Bereich der Systemgastronomie noch immer viele Betriebe ohne Interessenvertretung gibt.
„Wir gehen davon aus, dass wir wie in Dortmund eine störungsfreie Wahl haben werden“. Diese findet noch im August statt, so Benjamin Pankow von der Gewerkschaft NGG.
Brunnenstraße: : Bei Burger King gibt es nun Betriebsräte
WR am 23.5.2010
Die erste Wahl eines Betriebsrates bei Burger King an der Brunnenstraße ist erfolgreich über die Bühne gegangen.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten teilte mit, dass 30 der 32 Beschäftigten im Restaurant persönlich ihre Stimme abgegeben hätten. „Sie haben gegenüber der Geschäftsleitung somit deutlich gemacht, dass sie in Zukunft mitbestimmen wollen, wenn es um ihre Arbeitsbedingungen geht”, sagte Gewerkschaftssekretär Benjamin Pankow.
Das Ereignis kann man durchaus als Erfolg bezeichnen, da Schnellküchen oft nur sehr schwerfällig bis erbost auf die Wünsche der Beschäftigten reagieren, wenn es darum geht, einen Betriebsrat zu installieren. 2006 ging es bei Burger King in Kley so weit, dass der Wahlvorstand sogar eine Anzeige kassieren musste. Es ging bis zur Kündigung – die von Burger King allerdings wieder zurückgenommen werden musste.
Pankow wünscht sich nun, dass auch die Beschäftigten des Burger King in der City ihre Chance wittern und auf die NGG zukommen. „Das ist erheblich einfacher”, meint er, „wenn wir von außen kommen und einen Betriebsrat installieren wollen, gibt es immer viele Vorbehalte bei der Geschäftsführung.”
Die Betriebsräte Veli Bektas, Salah Eddine Ziane und Ali Hayder Nabizada wollen erreichen, dass der Tarifvertrag der Systemgastronomie konsequent umgesetzt wird. Dabei geht es u.a. um die korrekte Erfassung von Arbeitszeit und die Abgeltung von Überstunden sowie der Erstellung von Dienstplänen. dib
Der Patriot (Lippstadt):Milchindustrie erlebt einen Warnstreik in den Morgenstunden
An so etwas konnten sich selbst langjährige Mitarbeiter nicht erinnern: Gestern Morgen sind beim Lippstädter Unternehmen Satro etwa 120 Mitarbeiter in einen rund dreistündigen Warnstreik getreten. Dazu waren sie im Vorfeld von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen worden. Gefordert wird ein Lohn-Plus von 4,5 Prozent. Der Protest richtete sich dabei nicht speziell gegen den Lippstädter Spezialisten für Zutaten und Zubereitungs-Lösungen von Molkerei-Industrieprodukten bzw. Hersteller von Automatenfüllprodukten: Gestern legten in landesweit sieben Molkereien und Käsereien rund 800 Beschäftigte die Arbeit nieder. „Die Warnstreiks haben unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte Thomas Gauger, Verhandlungsführer und Landesbezirksvorsitzender der NGG in NRW. Man erwarte nun am 4. Mai ein abschlussfähiges Angebot seitens der Arbeitgeber.
Bäcker darf weiterarbeiten
taz: Zweite Runde im "Brötchen-Prozess"
Die fristlose Kündigung eines Bäckers wegen eines angeblichen Aufstrich-Diebstahls ist auch in zweiter Instanz abgewiesen worden. Bei dem Belag habe es sich um eine "äußerst geringwertige Sache" gehandelt. VON ANDREAS WYPUTTA
Die Großbäckerei Westermann ist mit ihrem Versuch, einen unliebsamen Betriebsrat durch fristlose Kündigung loszuwerden, auch in zweiter Instanz gescheitert: Der Mittelständler aus der Ruhrgebietsstadt Bergkamen muss seinen Bäcker Benjamin Lassak unbefristet weiterbeschäftigen. Das hat das Landesarbeitsgericht im nordrhein-westfälischen Hamm am Freitag entschieden und damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Dortmund vom März bestätigt. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.
Wenig zu tun oder einfach nur engagiert?
WR, Dortmund, 29.06.2009, Dirk Berger
Köche, heißt es, finden immer einen Job. Erstmal aber sind Marc-Andre Walter und Daniel Klatt den ihren los. Die Westfalenhallen GmbH hat beide Köche nach der Beendigung ihrer Berufsausbildung nicht übernommen. Pikant daran: Als Jugend- und Auszubildendenvertreter ist ihnen damit das passiert, wovor sie das Betriebsverfassungsgesetz eigentlich schützt. Nun traf man sich vor dem Arbeitsgericht.
Die Argumentation der Arbeitgeber war von schlichter Schlüssigkeit. Man habe einfach keine Arbeit für die beiden Jungs, zumal man drei Köche aus der Gastronomie des Flughafens übernommen habe. Etwa 50 befristete Verträge mit Arbeitnehmern hätte man auslaufen lassen - es sei eben wenig los.
KHC Westfalenhallen GmbH verweigert Jugendvertretern die Übernahme
Von den Kolleginnen und Kollegen gewählt, von den Bossen gefeuert!
Jugend- und Auszubildendenvertreter sind nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Beabsichtigt der Arbeitgeber ein JAV-Mitglied nicht zu übernehmen, so hat er dies 3 Monate vor Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses dem Auszubildenden schriftlich mitzuteilen.
Mit Schreiben vom 08. Mai 2009 teilte die Geschäftsleitung der KHC Westfalenhallen GmbH M.-A. W. (stellvertretender Vorsitzender der 5köpfigen JAV) und D. K. (JAV-Mitglied) schriftlich mit, „..dass wir Sie leider nach Beendigung Ihrer Berufsausbildung nicht in ein Arbeitsverhältnis übernehmen können, da ein freier Arbeitsplatz nicht absehbar ist. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.“
Für die gewählten Interessenvertreter kam diese Reaktion völlig überraschend,
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