Mitglied werden


Melden Sie sich hier online an.

DGB-Kampagne Mindestlohn

milo_09_rot-w

Noch mehr Leistungen für Mitglieder!

Mittwoch, 04. Mai 2011
Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Schließung befürchtet: Lieken-Mitarbeiter organisieren Warnwache

Ruhrnachrichten LÜNEN, 3.5.2011
Bei den Beschäftigten des Brotherstellers Lieken wächst offenbar die Angst. Davor, dass das Unternehmen noch mehr Werke schließen könnte und am Ende die Existenz insgesamt auf dem Spiel steht. Dann wären auch rund 480 Arbeitsplätze in Lünen betroffen.
Genau dort hält die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) am Donnerstag, 5. Mai, eine „Warnwache“ ab. „Feuer und Flamme für unsere Arbeitsplätze“ heißt von 9 bis 22 Uhr das Motto.
Lünen nicht unmittelbar betroffen
Seit 2001 habe Lieken elf Werke geschlossen, zuletzt das in Erkrath mit knapp 200 Beschäftigten, so NGG-Sekretär Manfred Sträter. Die Werke in Achim (bei Bremen) und Bernau (bei Potsdam) mit insgesamt 440 Mitarbeitern sollen noch 2011 dicht gemacht werden.
Für Lünen sieht Sträter im Moment noch keine akute Gefahr. Gute Produkte, eine gute Auslastung, ein sehr flexibles Team und Investitionen noch in jüngster Vergangenheit könne das Werk an der Wethmarheide für sich in die Waagschale werfen. „Aber wenn sich nur die wehren, die unmittelbar betroffen sind, ist es irgendwann zu spät“, begründet Sträter die Mahnwache ausgerechnet vor dem Lüner Werk.
Kostendruck
Um Kosten zu sparen, habe die Geschäftsleitung bereits rund 150 Mitarbeiter der Logistik im Lüner Werk in das eigene Logistik-Unternehmen Logi-K ausgelagert. Dort würden sie nach einem Tarif unterhalb der Brotindustrie bezahlt. Mit befristetem Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld hätten die Lieken-Mitarbeiter zudem einen Beitrag geleistet, das Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu stützen.
Lidl als Kunden verloren
Jetzt, sagt Sträter, habe der Lieken-Vorstand „Marge vor Menge“ als neue Strategie ausgerufen, u.a. mit der Folge, dass man Lidl mit 500 Märkten als Kunden verloren habe.
Lieken-Sprecherin Daniela Lützeler erklärt, man gebe zu Kundenbeziehungen generell keine Auskunft. Über die geplanten Schließungen der Werke Achim und Bernau hinaus lägen ihr „keine Kenntnisse vor, dass noch andere Werke betroffen sind.“ Man habe in der Vergangenheit nicht nur Werke geschlossen, sondern auch ein neues gebaut, sagte sie.