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DGB-Kampagne Mindestlohn

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Mittwoch, 13. Mai 2009
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ETV Süßwaren: Mehr Lohn!

Warnstreik in Tarifverhandlungen bei Ültje/Felix RN Schwerte Sophie Bissingen
Herbert Spittka trägt seine Warnstreik-Kluft: Kappe, Pfeife und das Plastikhemd mit der Aufschrift: „Wir streiken für unsere berechtigten Forderungen“. Gestern kam die Mittagsschicht des Nussfabrikanten Ültje vor dem Unternehmen an der Binnerheide zum Warnstreik zusammen.

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Röster, Bäcker und Packer sind zusammengekommen und fordern lautstark mehr Lohn. „Die Arbeitgeber haben in der zweiten Tarifrunde bisher nur 2,1 Prozent Erhöhung geboten, wir fordern 7 Prozent. Das Angebot ist unzureichend“, erklärt Spittka, der auch als Mitglied der Tarifkommission der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die gestern zum Streik aufforderte, fungiert.

Hintergrund des Streiks ist das verhältnismäßig umsatzstark abgeschlossene Jahr 2008. Laut statistischem Bundesamt stiegen die Umsätze der Süßwarenindustrie bundesweit von 13,4 Mrd. auf 14,0 Mrd. Euro, die Lohnquote sank von 11,4 Prozent auf 11,2 Prozent. Der Umsatz der Beschäftigtenstunden stieg sogar um 3,7 Prozent.
2008: gutes Geschäftsjahr
„Mein Mund ist schon ganz trocken vom Pfeifen“, lacht Brigitte Ratzke. Sie arbeitet bereits seit 1980 für den Betrieb, seit sechs Jahren im Labor. „Ich streike dafür, dass etwas mehr Lohn für unsere Arbeit dabei herauskommt“, sagt sie bestimmt. Schließlich hätte die Süßwarenindustrie das beste Geschäftsjahr überhaupt hinter sich.
Die Produktion kam gestern aufgrund des Streiks kurzzeitig zum Stehen. Am heutigen Dienstag beginnt die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern in Krefeld. „Gehen die Arbeitgeber nicht auf unsere Forderungen ein, wird es zur Urabstimmung kommen“, erklärt Manfred Sträter, Gewerkschaftssekretär der NGG. Er spricht durch den Lautsprecher und hat den Warnstreik organisiert.
Kaum Konkurrenz
„Für das Unternehmen Ültje gibt es keine nennenswerte Konkurrenz in Europa“, berichtet Gabriele Dröst, die als stellvertretende Betriebsratsvorsitzende streikt. Über 200 Beschäftigte arbeiten im Drei-Schicht-Wechsel für das Unternehmen. Auch nachts. „Immerhin streiten wir uns nicht um Arbeitsplätze, sondern um Bezahlung. Wir haben alle gesicherte Arbeitsplätze“, bringt Geschäftsführer Guido Wolf zum Ausdruck. Auch er ist gespannt, wie die Verhandlungen ausgehen.